Alkohol und Kaffee bei Polyneuropathie – Risiken und Empfehlungen

Polyneuropathie ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die verschiedene Ursachen haben kann. Neben genetischen und stoffwechselbedingten Faktoren spielen auch Ernährung und Lebensstil eine Rolle. Besonders der Konsum von Alkohol und Kaffee kann sich negativ auf die Nervenfunktion auswirken.

Polyneuropathie wird durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst. Einer dieser Faktoren kann der Konsum von Alkohol sein, der nachweislich Nervenschädigungen begünstigen kann. Doch auch Koffein steht im Verdacht, die Symptome negativ zu beeinflussen. Ein bewusster Umgang mit diesen Genussmitteln kann daher von Vorteil sein und Symptome wie Nervenschmerzen linden.

Warum Alkohol bei Polyneuropathie problematisch sein kann

Alkohol wird oft als eine begleitende oder verstärkende Ursache der Polyneuropathie betrachtet. Bestehende Nervenschädigungen können durch zwei wesentliche physiologische Faktoren weiter verschlimmert werden:

  • Direkte Nervenschädigung: Alkohol ist ein Zellgift, das die Nervenstrukturen angreifen und degenerative Prozesse begünstigen kann.
  • Mangelernährung: Alkohol beeinflusst die Aufnahme essenzieller Vitamine, insbesondere der B-Vitamine, die für die Nervenregeneration unerlässlich sind.

In Deutschland gelten etwa 2 Millionen Menschen als alkoholabhängig, weitere 2 Millionen weisen einen problematischen Konsum auf, und 24 Millionen Menschen konsumieren Alkohol in risikobehafteten Mengen. Bereits 20 g Alkohol pro Tag (entspricht etwa einem halben Liter Bier oder 250 ml Wein) bei Frauen bzw. 30 g bei Männern können langfristig gesundheitsschädigend sein. Studien zeigen, dass ein wöchentlicher Konsum von mehr als 100 g Alkohol das Leben erheblich verkürzen und das Risiko für Schlaganfälle, Herzversagen und andere schwere Erkrankungen erhöhen kann.

Empfehlung: Personen mit Polyneuropathie, die in eine der Risikogruppen fallen, sollten mindestens drei Monate vollkommen auf Alkohol verzichten. Auch danach ist eine deutliche Reduktion des Konsums ratsam, um eine weitere Verschlechterung der Symptome zu vermeiden.

Kaffee – ein unterschätzter Risikofaktor?

Kaffee wird häufig als Wachmacher konsumiert, kann jedoch bei Polyneuropathie problematisch sein. Durch die Anregung des vegetativen Nervensystems kann er bestehende Beschwerden verstärken und den Herzrhythmus sowie die Verdauung beeinflussen, ohne dabei die körpereigene Entgiftung zu fördern. Aus naturheilkundlicher Sicht kann Koffein zudem die Koordination autonomer Nervenfunktionen stören und alternative Therapieansätze erschweren. Eine gute Alternative stellen kräuterbasierte Tees dar, die beruhigend auf das Nervensystem wirken und gleichzeitig eine gesunde Ergänzung zur täglichen Flüssigkeitszufuhr bieten.

Neun Regeln für einen bewussten Umgang mit Alkohol

Ein bewusster Umgang mit Alkohol und Kaffee ist bei Polyneuropathie essenziell. Da Alkohol häufig als Nebenursache der Erkrankung gilt, kann eine deutliche Reduktion dieser Genussmittel dazu beitragen, das Fortschreiten der Symptome zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Alternativen wie Kräutertees und eine vitaminreiche Ernährung können helfen, die Nerven bestmöglich zu schützen.

Für all jene, die nicht vollkommen auf Alkohol verzichten möchten, gelten folgende Grundsätze:

  • Mindestens drei alkoholfreie Tage pro Woche einplanen.
  • Alkohol nicht als Beruhigungsmittel oder Schlafhilfe nutzen.
  • Vorsicht vor sozialem Gruppenzwang – bewusst konsumieren.
  • Qualität vor Quantität: Hochwertige Getränke wählen.
  • Alkohol langsam und bewusst genießen, nicht „kippen“.
  • Mäßigkeit wahren – ein kleines Glas kann oft ausreichen.
  • Auf körperliche Reaktionen achten: Welche Auswirkungen zeigt der Konsum?
  • Viel Wasser dazu trinken, um den Körper zu entlasten.
  • Nach dem Konsum warmes Wasser oder Heilerde zu sich nehmen, um die Verdauung zu unterstützen.

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