Restless Legs ganzheitlich behandeln

Eigentlich beginnt mit dem Abend die Zeit zum Abschalten. Doch für Menschen mit Restless-Legs-Syndrom wird ausgerechnet Ruhe zur Belastung. Sobald sie sich hinsetzen oder ins Bett legen, beginnen die Beine zu ziehen, zu kribbeln oder zu brennen. Hinzu kommt ein kaum zu unterdrückender Bewegungsdrang. Die Chinesische Medizin betrachtet diese Unruhe nicht nur als Symptom der Beine, sondern als Ausdruck gestörter Prozesse im gesamten Organismus.

Manche Betroffene beschreiben ihre Beschwerden als tiefsitzenden Juckreiz, als Druck oder innere Unruhe. Die Beine wollen laufen, strampeln oder zappeln – gerade dann, wenn der Körper eigentlich Erholung braucht. Bewegung bringt meist tatsächlich vorübergehend Erleichterung. Sobald wieder Ruhe eintritt, kehren die Beschwerden aber zurück. Damit beeinträchtigt das Restless-Legs-Syndrom häufig nicht nur die Beine. Vor allem der Schlaf leidet. Bei ausgeprägten Beschwerden stehen Patienten nachts immer wieder auf und laufen umher. Erschöpfung, Müdigkeit und Gereiztheit am folgenden Tag können die Folge sein.

Wenn die Zirkulation ins Stocken gerät

Die Chinesische Medizin erklärt das Beschwerdebild mit einem anderen Modell als die westliche Medizin. Aus ihrer Sicht kann beim Restless-Legs-Syndrom eine sogenannte Säfte-Stauung im unteren Körperbereich eine Rolle spielen. Sie behindert nach diesem Verständnis die Zirkulation von Blut und Lymphe. Der starke Bewegungsdrang lässt sich aus chinesischer Sicht als Versuch des Körpers verstehen, diese innere Stauung aufzulösen. Bewegung verschafft deshalb kurzfristig Erleichterung – erreicht die tieferliegende Störung jedoch nicht dauerhaft. 

Damit richtet sich der Blick nicht allein auf Kribbeln, Ziehen oder unruhige Beine. Entscheidend ist vielmehr die Frage, welche Prozesse im Organismus dazu führen, dass etwas nicht mehr frei zirkuliert und die Beschwerden immer wieder kommen. Das ist auch deshalb relevant, weil das Restless-Legs-Syndrom nicht immer isoliert auftritt. Manche Patienten leiden gleichzeitig unter einer Polyneuropathie mit Missempfindungen und Nervenschmerzen in Beinen und Füßen. Auch während einer Schwangerschaft können unruhige Beine auftreten.

Nicht nur die Beine behandeln

Eine Behandlung nach den Leitsätzen der Chinesischen Medizin beginnt mit einer ausführlichen Diagnostik. Neben dem Gespräch gehören Puls- und Zungendiagnose zu den zentralen Methoden. Dabei geht es nicht allein um die Art der Beschwerden in den Beinen. Auch Krankheitsgeschichte, Begleiterkrankungen, körperliche Reaktionen und das allgemeine Befinden fließen in die Beurteilung ein. 

Eine wichtige Behandlungssäule bildet die chinesische Arzneitherapie. Die Rezepturen werden individuell zusammengestellt. Nach dem Behandlungskonzept der Klinik am Steigerwald sollen sie tieferliegende Stauungen mobilisieren und Ausleitungsprozesse unterstützen. Dabei können unterschiedliche Arzneibestandteile sowohl wärmende und bewegende als auch kühlende und ausleitende Impulse setzen. Ergänzend können Körpertherapien wie Psychotonik und Shiatsu sowie Akupunktur oder Wärmebehandlungen eingesetzt werden. Ziel ist es auch hier, Spannungen zu lösen, die Regulation des Körpers zu unterstützen und die chinesische Arzneitherapie zu begleiten. Damit folgt die Behandlung keinem starren Schema. Welche Methoden sinnvoll sind, richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild und der Entwicklung während der Therapie.

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