Wechseljahresbeschwerden mit Chinesischer Medizin behandeln

Hitzewallungen, schlechter Schlaf, Stimmungsschwankungen oder Herzklopfen: Die Wechseljahre können sich auf sehr unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Während manche Frauen die hormonelle Umstellung kaum spüren, beeinträchtigen die Beschwerden bei anderen den Alltag erheblich. Die Chinesische Medizin betrachtet Wechseljahre dabei nicht als Krankheit, sondern als natürlichen körperlichen Übergang. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie der Organismus mit seinem veränderten Rhythmus zurechtkommt.

Über Jahrzehnte bestimmt der weibliche Zyklus einen wiederkehrenden Rhythmus von Aufbau und Abbau. Die Gebärmutterschleimhaut wird aufgebaut und, wenn keine Schwangerschaft eintritt, mit der Menstruation wieder abgestoßen. Mit den Wechseljahren verändert sich dieses eingespielte System grundlegend: Es reifen keine Eifollikel mehr heran, die Hormonproduktion verändert sich und schließlich bleibt die Regelblutung aus. Dieser natürliche Übergang kann mit sehr unterschiedlichen Beschwerden einhergehen. Häufig sind Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Daneben können unter anderem Herzklopfen, Schwindel, Migräne, depressive Verstimmungen oder Schleimhauttrockenheit auftreten. Auch Hautbeschwerden können Teil des klimakterischen Beschwerdebildes sein.

Wenn ein vertrauter Rhythmus endet

Die Chinesische Medizin schaut auf diesen Prozess aus einer anderen Perspektive als die westliche Medizin. Sie betrachtet nicht allein den sinkenden Hormonspiegel, sondern auch die Veränderungen, die mit dem Ende des monatlichen Zyklus für den gesamten Organismus verbunden sind. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Menstruation. Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist sie nicht nur Ausdruck des hormonellen Zyklus, sondern zugleich ein regelmäßiger Prozess von Aufbau, Abbau und Ausleitung. Mit den Wechseljahren entfällt dieser über Jahrzehnte bestehende Weg.

Das bedeutet nach chinesischem Verständnis nicht automatisch, dass Beschwerden entstehen müssen. Gelingt die Umstellung jedoch nicht ausreichend, können stoffliche Belastungen und Stauungen zurückbleiben. Die Klinik am Steigerwald spricht dabei unter anderem von einer Xue-Stase, also einer Stauung des Blutes, sowie von Blockaden des Qi, der Lebensenergie. Beide können sich gegenseitig beeinflussen und einen Kreislauf bilden, der Wechseljahresbeschwerden aufrechterhält. Hitzewallungen, Schweißausbrüche oder Schlafstörungen werden damit nicht ausschließlich als Folge eines Hormonmangels betrachtet. Sie können aus Sicht der Chinesischen Medizin auch Ausdruck davon sein, dass Regulation, Zirkulation und Ausleitung während dieser Umbruchphase nicht ausreichend funktionieren. Ziel einer Behandlung ist deshalb nicht, den früheren Zustand wiederherzustellen. Die Wechseljahre gehören zum natürlichen Lebenslauf. Vielmehr soll der Organismus dabei unterstützt werden, sich auf die neue körperliche Situation einzustellen und ein neues Gleichgewicht zu entwickeln.

Chinesische Arzneitherapie bringt Bewegung in festgefahrene Prozesse

Eine wichtige Säule der Behandlung bildet die chinesische Arzneitherapie. Nach einer ausführlichen chinesischen Diagnostik werden Rezepturen individuell für die Patientin zusammengestellt und während der Behandlung an deren Entwicklung angepasst. Kombiniert werden unterschiedliche therapeutische Impulse: Einzelne Arzneibestandteile sollen das Blut bewegen. Andere wirken nach chinesischer Arzneimittellehre kühlend und trocknend oder unterstützen eine Bewegung nach unten und außen. Weitere Bestandteile dienen der Ausleitung über Darm und Blase. Welche Kombination notwendig ist, hängt von der Patientin ab.

So wird beispielsweise Chinesisches Mutterkraut in der Klinik bei Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Es soll nach chinesischem Verständnis die Blut- und Säftezirkulation fördern. Die Arzneitherapie richtet sich dabei nicht ausschließlich auf klassische Hitzewallungen, sondern bezieht auch Schlafstörungen, Herzrasen, klimakterische Hautbeschwerden oder depressive Verstimmungen in die Gesamtbetrachtung mit ein. Die Therapie folgt dabei keinem Standardrezept. Gerade chinesische Arzneirezepturen setzen eine individuelle Diagnostik voraus und werden kontinuierlich angepasst.

Bewegung, Ernährung und Entlastung

Ein weiterer Gedanke zieht sich durch das chinesische Behandlungskonzept: Bewegung und Entlastung statt bloßer Substitution. Gemeint ist damit nicht allein körperliche Bewegung. Auch Blut und Qi sollen wieder besser zirkulieren und Ausleitungsprozesse unterstützt werden. Dazu tragen neben der Arzneitherapie Akupunktur und körpertherapeutische Verfahren bei. Regelmäßige, maßvolle Bewegung und Qi Gong fügen sich in dieses Konzept ein.

Eine wichtige Rolle spielt zudem die Ernährung. Nach Auffassung der Klinik am Steigerwald kann es während der Wechseljahre sinnvoll sein, den Stoffwechsel weniger zu belasten. Je nach individueller Situation werden deshalb beispielsweise weniger Süßigkeiten, Milchprodukte und Fleisch empfohlen. Auch Abendfasten kann für manche Frauen eine Möglichkeit sein. Dabei geht es nicht darum, die Wechseljahre möglichst schnell hinter sich zu bringen. Vielmehr braucht der Körper Zeit, seinen jahrzehntelang eingeübten Rhythmus umzustellen. Die Chinesische Medizin versteht diese Lebensphase deshalb als Prozess der Neuorientierung: Der frühere Zyklus endet, andere Formen von Regulation gewinnen an Bedeutung. Ziel der Behandlung ist es, festgefahrene Prozesse wieder in Bewegung zu bringen, den Organismus zu entlasten und ihn dabei zu unterstützen, ein neues körperliches Gleichgewicht zu finden.

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