Warum der Schmerzmittelentzug bei Migräne so wichtig ist

Die gängige Empfehlung von Schulmedizinern beim Migräne-Anfällen lautet meist, frühzeitig Schmerzmittel einzunehmen. Für die naturheilkundlich arbeitenden Ärzte der Klinik am Steigerwald, ist dies das falsche Mittel. Sie empfehlen einen Schmerzmittelentzug, denn der reduziert Migräneattacken – nachhaltig.

Die Verlockung bei einem Migräneanfall in die Rolle des Arztes zu schlüpfen und sich selbst mit Schmerzmitteln zu therapieren, ist groß: Sehstörungen, Übelkeit, Frieren und Taubheitsgefühle sind vor allem in Kombination mit hämmernden Schmerzen sonst kaum auszuhalten. Doch der Schmerz hat auch eine Funktion – so zumindest sieht es die Chinesische Medizin. Wird das Symptom Schmerz unterdrückt, kehrt die Migräne oft schneller zurück. Die Intervalle zwischen den Attacken verkürzen sich – und zwar völlig unabhängig vom genommenen Schmerzmittel. Sogar chinesische Arzneien, die ausschließlich auf den akuten Kopfschmerz wirken, rufen dasselbe Phänomen hervor. Die einzige Lösung aus Sicht der Chinesischen Medizin ist ein Schmerzmittelentzug und eine ursächliche Therapie.

Migräne-Anfälle entladen Spannung

Patienten, die ihre Anfälle nicht mit Medikamenten unterdrücken, machen nämlich bemerkenswerte Beobachtung: Nachdem der Anfall ohne „Hilfsmittel“ überstanden ist, haben sie für einen längeren Zeitraum Ruhe vor den Attacken. Der Zustand kann für Tage oder Wochen stabil sein – so als ob sich mit dem Anfall etwas entladen hätte. Nach einem durchgestandenen Migräne-Anfall gerät der Patient in eine Phase, in der er gegen die sonst so gefährlichen Anfallsauslöser gefeit ist. Nach dem Anfall wird das Eis dann von Tag zu Tag und von Woche zu Woche immer dünner: Es baut sich zunehmend eine vulnerable, instabile Verfassung auf, bis schließlich geringste Reize ausreichen, um einen Anfall auszulösen. Bei aufmerksamer Beobachtung der Anfallsabfolge drängt sich der Eindruck auf, dass mit dem Anfall eine Art Spannung abgelassen wird, die sich dann bis zum nächsten Anfall kontinuierlich wiederaufbaut.

„Mit dem akuten Anfall wird eine Art Spannung entlassen, die sich bis zum nächsten Anfall wiederaufbaut. Wird die Attacke hingegen mit Schmerzmitteln unterdrückt, kann diese Entladung nicht erfolgen. Da sich die Spannung aber nach wie vor im Körper befindet, kommt der nächste Anfall früher als im unbehandelten Fall.“

Die Einnahme schmerzlindernder Medikamente wirkt sich also offenbar ungünstig auf den „natürlichen“ Verlauf des Krankheitsbildes Migräne aus. Der Anfall wird durch die frühzeitige Einnahme von akut wirksamen Medikamenten „kupiert“. Der nächste Anfall kommt früher. Das Kupieren des Migräne-Anfalls hinterlässt sozusagen einen unerledigten Rest in der Anfallsabwicklung, es bleibt eine Art Nachholbedarf, der den nächsten Anfall früher herbeiruft als im unbehandelten Fall. Dies kann sogar soweit führen, dass der Anfall allein durch das Abfallen des Medikamentenspiegels ausgelöst wird. Nicht selten entwickelt sich daher bei den Patienten mit der Zeit eine Medikamentenabhängigkeit.

Übrigens: Die Art der eingesetzten Substanz scheint dabei unerheblich. Ob Triptane, Ergotamin oder Aspirin eingenommen werden, entscheidend ist allein die Tatsache, dass der Schmerz genommen wird. Häufig geraten Betroffene mit dem Krankheitsbild Migräne so einen Teufelskreis und kämpfen immer häufiger mit unerträglichen Schmerzen und starker Übelkeit, welche sich durch die üblichen Arzneien oft weiter verschlimmern. 

Wie die Chinesische Medizin Migräne-Anfälle reduzieren kann

Erster Schritt in der Therapie nach Chinesischen Grundsätzen ist daher der Schmerzmittelentzug, also der Entwöhnung von Medikamenten. Auch dem ursachenorientieren Behandlungsleitbild entspricht diese Maßnahme: Um eine Krankheit zu heilen, nützt es nichts, wenn Symptome unterdrückt werden. Vielmehr führen die Symptome den Therapeuten zu den Wurzeln der Krankheit. Um die Migräne-verursachende Spannung langfristig zu lösen, bedarf es einer umfangreichen Ursachenforschung und zielgerichteten Behandlung.

Bei der Therapie setzen Experten für Chinesische Medizin auf die chinesische Arzneitherapie. Patienten nehmen täglich Kräuter, Knollen und Wurzeln in Form von Abkochungen, sogenannten Dekokten, zu sich, welche die Mediziner individuell für jeden Patienten erstellen und die Rezepturen täglich neu anpassen. Zudem helfen spezielle Akut-Rezepturen mit Bambus, die Schmerzattacken gut zu überstehen. Sie senken den Schmerz jedoch weniger radikal, wirken dafür aber länger und behindern die Ursachenbehebung nicht. Auch Akupunktur und Moxibustion helfen bei den Schmerzanfällen. Qi Gong, ein System sanfter, langsamer Bewegungsübungen, wirkt sowohl beruhigend als auch belebend auf Kopfschmerzpatienten und trägt so ebenfalls zur erfolgreichen Therapie bei. Gesunde Ernährung und spannungslösende Körpertherapien runden das Konzept ab. Ziel ist die Beschwerdefreiheit ohne Medikamente wie Schmerzmittel.

Da Kopfschmerzen vielfältige Ursachen haben, geht der Therapie eine umfassende Diagnostik im Fokus der chinesischen Medizin voran. Aus Sicht der chinesischen Medizin steht neben anderem auch der Bauch in einem Verursachungszusammenhang mit Kopfschmerzen. So gelangen täglich Millionen von Informationen über ein großes Nervenbündel vom Bauch zum Kopf. Kein Wunder also, dass u.a. Lebensmittel Migräneattacken auslösen können. Auch die moderne Mikrobiomforschung erkennt immer mehr funktionelle Zusammenhänge zwischen Darmflora und Kopf.

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