Migräne ist mehr als Schmerz: Sie entsteht aus komplexen körperlichen Ungleichgewichten. Mit präziser Diagnostik, individuell abgestimmten Arzneien und ergänzenden Therapien behandelt die Klinik am Steigerwald Migräne auch bei scheinbar aussichtslosen Fällen mit Erfolg.
Migräne ist mehr als ein wiederkehrender Schmerz. Sie ist Ausdruck eines Ungleichgewichts, das tief im Körper verwurzelt liegt – im Stoffwechsel, im Energiefluss, im feinen Zusammenspiel von Körper, Geist und Emotion. Wo die Schulmedizin oft an Grenzen stößt, öffnet sich in der Chinesischen Medizin ein anderer Blick: Krankheiten werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines sich entwickelnden Prozesses verstanden. Diese Sichtweise bildet das Herzstück des Behandlungskonzepts der Klinik am Steigerwald, die Migräne als eine dynamische Störung des inneren Gleichgewichts begreift. Im Mittelpunkt steht das Ziel, Krankheitsentwicklungen früh zu erkennen und mit sanften Impulsen zu regulieren, bevor sie sich verfestigen. Selbst in scheinbar ausweglosen Phasen lassen sich Wege finden, die Selbstregulation des Körpers zurückzufinden.
Das Konzept der Klinik am Steigerwald bei Migräne
Das Behandlungsideal der Klinik besteht darin, gesundheitliche Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen. So genügen oft schon sanfte therapeutische Impulse, um eine beginnende Störung zu korrigieren und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Leider kommen Patientinnen und Patienten meist deutlich später in die Klinik – rund 84 % erst, wenn sie die Möglichkeiten der konventionellen Migränetherapie ausgeschöpft haben.

Der in der Chinesischen Medizin zentrale Gedanke der Krankheitsentwicklung ist nicht nur im Frühstadium einer Erkrankung wie der Migräne hilfreich, sondern bewährt sich auch in scheinbar ausweglosen Spätphasen. Er ermöglicht es, den Verlauf einer Krankheit anamnestisch bis zu ihren anfänglichen Wurzeln zurückzuverfolgen und diese therapeutisch aufzuarbeiten. Diese Aufgabe übernimmt die Langzeittherapie in unserer Klinik, die bei Migräne vor allem in den anfallsfreien Intervallen stattfindet.
Selbstverständlich wird der Patient auch während einer Migräneattacke nicht allein gelassen. Die akut schmerzorientierten Behandlungen sollen die Beschwerden lindern, ohne zukünftige Entwicklungen negativ zu beeinflussen. Neben der zentralen Behandlungsmethode, der chinesischen Arzneitherapie, kommen bei akuten Schmerzanfällen auch Akupunktur und Moxibustion zum Einsatz. Qi Gong – ein System sanfter, langsamer Bewegungsübungen – wirkt auf Migräne- und Kopfschmerzpatienten zugleich beruhigend und belebend und trägt damit wesentlich zum Therapieerfolg bei. Eine gesunde Ernährung sowie spannungslösende Körpertherapien ergänzen das ganzheitliche Konzept der Klinik am Steigerwald.
Arzneitherapie – wichtigste Behandlungssäule der Klinik bei Migräne
Je nach zugrunde liegender Ursache setzen wir in unserer Klinik unterschiedliche chinesische Arzneikomponenten als zentrale Säule der Behandlung ein. Die Patientinnen und Patienten nehmen täglich Kräuter, Knollen und Wurzeln in Form von Abkochungen – den sogenannten Dekokten – ein, die im Verlauf der Therapie individuell angepasst werden. Bei Migräne- und Kopfschmerzpatienten enthalten diese Rezepturen anfangs häufig Heilpflanzen, die das Ungleichgewicht zwischen Bauch und Kopf ausgleichen sollen. Spezielle Akutrezepturen, unter anderem mit Bambus, unterstützen zudem dabei, Schmerzattacken besser zu überstehen. Sie lindern die Migräneschmerzen zwar weniger abrupt, wirken dafür nachhaltiger und behindern die ursächliche Heilung nicht.

Die Arzneitherapie gilt mit großem Abstand als wichtigste Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin – sowohl in der allgemeinen Behandlung von Erkrankungen als auch speziell bei Migräne. Rund 80 Prozent aller Anwendungen der Chinesischen Medizin sind Arzneibehandlungen. Damit bildet sie den Kern der fünf therapeutischen Säulen der Chinesischen Medizin, zu denen außerdem Diätetik, Akupunktur, Qi Gong und Körpertherapie gehören.
Die chinesische Phytotherapie zählt ebenso wie die Diätetik zu den inneren Behandlungsformen. Die für die Arzneitherapie verwendeten Substanzen bestehen überwiegend aus Pflanzenteilen, mineralischen Naturstoffen und in seltenen Fällen aus tierischen Produkten. Man spricht hierbei von sogenannten Rohdrogen – im Gegensatz zu industriell gefertigten Arzneien. Seriöse Vertreterinnen und Vertreter der Chinesischen Medizin verwenden selbstverständlich keine Bestandteile von Tieren, die vom Aussterben bedroht sind.
Arzneien: Hohes Wirkpotenzial bei Migräne
Pflanzliche Bestandteile wie Wurzeln, Rinden oder Knollen besitzen ein großes therapeutisches Potenzial bei Migräne. Sie aktivieren die Selbstheilungskräfte und lenken diese gezielt. Darüber hinaus unterstützen sie die Ausleitung von Stoffwechselgiften, fördern die natürlichen Reinigungsprozesse des Körpers, regulieren das Immunsystem und mildern chronische Entzündungen. Ebenso beeinflussen sie die Wärmeregulation sowie die Befeuchtung des Schleimhautsystems. Da die chinesische Arzneitherapie eine nahezu unbegrenzte Vielfalt an Variationsmöglichkeiten bietet, gehört ihre Anwendung stets in die erfahrenen Hände eines Arztes.
Nach einer umfassenden chinesischen Diagnostik erstellt der Arzt eine individuell abgestimmte Rezeptur für die Patientin oder den Patienten. Dabei empfiehlt es sich, die in China üblichen Dosierungen zu reduzieren und die Zusammensetzung an die Konstitution und Bedürfnisse westlicher Patientinnen und Patienten anzupassen. Aus den chinesischen Rohdrogen werden durch Abkochung die Dekokte hergestellt, die über den Tag verteilt in kleinen Schlucken eingenommen werden. Idealerweise überprüft der Therapeut täglich die Wirkung auf den Organismus. Durch die Arznei kann sich das gesamte seelisch-körperliche Befinden verändern – etwa Schlaf, Stimmung, Verdauung oder Leistungsfähigkeit. Daher werden die Substanzen fortlaufend an den jeweiligen Verlauf des Heilungsprozesses angepasst.
Nebenwirkungen – oder nicht?
Fachgerecht angewendet erzielt die chinesische Arzneitherapie ausgezeichnete Ergebnisse bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne. Anders als die westliche Pharmakologie unterscheidet die Chinesische Medizin jedoch nicht zwischen Haupt- und Nebenwirkungen. Alle Wirkungen einer Substanz werden berücksichtigt und mit der beabsichtigten Heilwirkung in Beziehung gesetzt. Zu Beginn der Einnahme eines neuen Dekokts kann es häufig zu sogenannten Frühreaktionen kommen, da sich der Organismus zunächst an die therapeutischen Impulse anpassen muss. Die durch die Arznei angeregte Mobilisierung von Stoffwechselgiften kann sich etwa in Müdigkeit oder Blähungen äußern. Solche Reaktionen sind in der Regel vorübergehend und gelten aus Sicht erfahrener Therapeuten als positives Zeichen einer wirksamen Regulation.
Die Zusammensetzung der Rezepturen aus über 2.000 möglichen Ingredienzien erfordert umfassende Erfahrung und gehört ausschließlich in die Hände qualifizierter Expertinnen und Experten für Chinesische Medizin. Voraussetzung hierfür ist ein vertieftes Studium der chinesischen Pharmakologie, dessen Umfang deutlich über die üblichen Ausbildungsgänge der Akupunktur hinausgeht.
Wie aus einer chinesischen Arznei ein Dekokt wird



Wie hier in unserem Klinikgarten gibt es unzählige verschiedene Kräuter und Pflanzen. Wir beziehen den Großteil der chinesischen Arzneien direkt aus China. Üblicherweise verordnen wir chinesische Arzneirezepturen, die vier bis sechs, manchmal sogar bis zu acht verschiedene Kräuter enthalten.
In der Apotheke wird nach Absprache mit dem behandelnden Arzt, je nach Krankheitsbild und -ursache, die richtige Kräutermischung zusammengestellt. Als Dekokt verarbeitet, reicht diese einige Tage aus.
Es ist wichtig, die Kräutermischungen bis zur Verarbeitung kühl zu lagern, da es sich um Naturprodukte handelt. Erfahrene Patienten erkennen ihre individuelle Rezeptur am intensiven Geruch. Sie bereiten ihr Dekokt mit Hilfe einer Kochanleitung vom Arzt selbst zu.
Je nach chinesischer Heilpflanze und Arzneimittelrezeptur sind unterschiedliche Kochregeln zu beachten. Nach dem Kochvorgang wird das frisch zubereitete Dekokt möglichst heiß in eine saubere, vorgewärmte Flasche abgefüllt, darin abgekühlt und anschließend kühl gelagert.
Durch warmes Wasser verdünnen Patienten ihr Dekokt und nehmen es dann langsam über möglichst viele Stunden verteilt ein.



