Frauengesundheit: Wie die Chinesische Medizin hilft

Der weibliche Körper verändert sich ein Leben lang. Von der ersten Menstruation über mögliche Schwangerschaften und Kinderwunsch bis hin zu den Wechseljahren und der Zeit danach prägen hormonelle und körperliche Veränderungen unterschiedlicher Lebensphasen. Meist geschieht das ganz selbstverständlich. Gerät jedoch die innere Balance aus dem Gleichgewicht, können Beschwerden entstehen. Die Chinesische Medizin hilft.

Starke Regelschmerzen, ein unregelmäßiger Zyklus, Endometriose, Myome, Wechseljahresbeschwerden oder ein unerfüllter Kinderwunsch belasten häufig nicht nur körperlich. Sie greifen in den Alltag ein, beeinflussen Wohlbefinden und Lebensqualität und können auch seelisch zur Belastung werden. Die Traditionelle Chinesische Medizin betrachtet Frauengesundheit nicht als Ansammlung einzelner Diagnosen. Sie richtet den Blick auf den gesamten Organismus und insbesondere auf die feinen Rhythmen, die das Leben einer Frau bestimmen.

Frauenbeschwerden entstehen dabei oft nicht isoliert und lassen sich entsprechend auch nicht auf ein einzelnes Organ oder einen einzelnen Messwert reduzieren. Die Chinesische Medizin versucht, Zusammenhänge sichtbar zu machen: Wie verändert sich der Zyklus? Wo entstehen Stauungen? Welche körperlichen und seelischen Belastungen hängen zusammen? Und was braucht der Organismus, um wieder stärker in seinen eigenen Rhythmus zu finden? Genau darin liegt der ganzheitliche Ansatz: Frauengesundheit nicht nur an einzelnen Symptomen oder Organen festzumachen, sondern den weiblichen Körper in seinen verschiedenen Lebensphasen als Ganzes zu betrachten. 

Wenn der weibliche Rhythmus aus dem Gleichgewicht gerät

Aus Sicht der Chinesischen Medizin ist der weibliche Körper ein fein abgestimmtes, schwingendes System. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Zyklus zu. Aufbau und Abbau der Gebärmutterschleimhaut folgen einem wiederkehrenden Rhythmus. Nach Auffassung der Chinesischen Medizin lassen sich an ihm Störungen energetischer und stofflicher Vorgänge besonders gut erkennen. Geraten die Lebensenergie Qi oder Xue – wie Blut in der Chinesischen Medizin bezeichnet wird – ins Stocken, können Beschwerden entstehen. Ziel der Behandlung ist nicht allein, einzelne Symptome zu lindern. Vielmehr gilt es herauszufinden, welche Prozesse hinter den Beschwerden stehen und wie sich der natürliche Rhythmus wieder regulieren und ausbalancieren lässt.

Die Klinik am Steigerwald verbindet dafür die Methoden der Chinesischen Medizin mit biologischen Heilverfahren und greift bei Bedarf ergänzend auf schulmedizinische Ansätze zurück. Das Behandlungsspektrum umfasst unter anderem Zyklus- und Menstruationsbeschwerden wie PMS (Prämenstruelles Syndrom), unregelmäßige Zyklen oder starke Regelschmerzen. Bei Myomen und Endometriose spielen aus Sicht der Chinesischen Medizin unter anderem energetische Blockaden und sogenannte Blut-Stasen eine Rolle. Ein weiterer Schwerpunkt sind Beschwerden während der Wechseljahre. Hitzewallungen, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen gehören ebenso dazu wie klimakterische Depressionen oder Schleimhauttrockenheit. Ziel der Chinesischen Medizin ist es, den veränderten körperlichen Rhythmus in dieser Lebensphase zu unterstützen und neu auszubalancieren.

Auch bei unerfülltem Kinderwunsch kann die Behandlung ansetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Stärkung der Fruchtbarkeit, die Regulation des Zyklus und die Vorbereitung des Körpers auf eine Schwangerschaft. Wie weit eine Unterstützung der schulmedizinischen Kinderwunschbehandlung mit Chinesischer Medizin möglich und sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden. Weitere Behandlungsschwerpunkte sind wiederkehrende Blasenentzündungen und Pilzinfektionen. Hier wird insbesondere die Abwehrkraft der Schleimhäute nachhaltig gestärkt. Bei onkologischen Erkrankungen wie Brustkrebs versteht sich die Chinesische Medizin dagegen ausdrücklich als ergänzende Begleitung, während und nach einer schulmedizinischen Behandlung und kann zur Linderung möglicher Nebenwirkungen eingesetzt werden.

Chinesische Medizin: den gesamten Organismus verstehen

Am Anfang jeder Behandlung steht eine ausführliche Diagnostik. Neben dem Gespräch gehören Puls- und Zungendiagnose zu den zentralen Methoden der Anamnese nach chinesischen Leitkriterien. Während eines stationären Aufenthalts wird der Verlauf täglich neu beurteilt. So lässt sich die Therapie fortlaufend an Veränderungen und Reaktionen des Körpers anpassen. Das Herzstück der Behandlung bildet die Chinesische Arzneitherapie. Die Arzneirezepturen werden individuell auf das jeweilige Beschwerdebild abgestimmt und als Abkochungen eingenommen. Je nach Diagnose können dabei ganz unterschiedliche therapeutische Aufgaben im Vordergrund stehen – beispielsweise die Ausleitung von „Schleim“ (Tan), das Bewegen von Blut, die Behandlung einer Blut-Stase, die Regulation des Zyklus oder die Beeinflussung entzündlicher Prozesse.

Ergänzend kommen Akupunktur und Moxibustion zum Einsatz. Akupunktur wird unter anderem zur Schmerzlinderung und Unterstützung der Zyklusregulation eingesetzt. Bei der Moxibustion erwärmen Therapeuten Akupunkturpunkte gezielt. Gerade bei krampfartigen Beschwerden kann diese Wärme nach dem Behandlungskonzept der Klinik entkrampfend und schmerzlindernd wirken. Eine wichtige Rolle spielt außerdem die Körpertherapie. Anwendungen wie Tuina-Massage und Psychotonik wirken regulierend auf den Unterleib und das Nervensystem. Je nach Beschwerdebild lindern sie Schmerzen und Krämpfe oder entlasten bei PMS mit Brustspannen. Bei Kinderwunsch zielt die Körpertherapie unter anderem auf eine bessere Durchblutung der Gebärmutter und eine energetische Stärkung der „Nierenenergie“.

Die Ernährungsempfehlungen richten sich individuell nach der Symptomatik. Nach dem Verständnis der Chinesischen Medizin entfällt mit der Menopause ein regelmäßiger Ausleitungsprozess über die Menstruation. Die Ernährung kann deshalb so angepasst werden, dass andere Formen der Ausleitung unterstützt werden. Dabei können etwa weniger Milchprodukte, Süßigkeiten und Fleisch oder auch Abendfasten eine Rolle spielen. Bewegung ist bei vielen Erkrankungen aus dem Bereich der Frauengesundheit ein weiterer Bestandteil der Therapie. Die fließenden Übungen des Qi Gong helfen, Spannungen zu lösen und das Blut sanft in Bewegung zu bringen. Langsame Spaziergänge und moderates Training ergänzen diesen Ansatz. Frauenerkrankungen betreffen jedoch nicht allein den Körper. Ein unerfüllter Kinderwunsch, chronische Schmerzen oder lang anhaltende Beschwerden können tief in das seelische Erleben eingreifen. Deshalb werden auch psychotherapeutische Gespräche angeboten. Qualifizierte Psychologinnen bieten dafür einen geschützten Raum.

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