„Er fing Aufgaben von sich aus an“ – ADHS alternativ behandeln

Ein Erfahrungsbericht aus der Klinik am Steigerwald

Schule, Hausaufgaben, ständiges Ermahnen – und das Gefühl, das eigene Kind kaum noch zu erreichen: Eine Mutter erzählt, wie sich die ADHS-Symptome ihres Sohnes in der 3. Klasse zuspitzten, Ritalin nur kurzfristig half und Nebenwirkungen zur Belastung wurden. In der Klinik am Steigerwald fand die Familie einen Weg, der Struktur gibt, Kräfte stärkt – und Entwicklung wieder möglich macht.

Das AD(H)S-Behandlungskonzept der Klinik am Steigerwald stellt die Chinesische Medizin in den Mittelpunkt und verbindet sie mit pädagogischen, spiel- und bewegungstherapeutischen Elementen. Grundlage ist eine eingehende chinesische Diagnose, auf der eine individuelle Therapie entwickelt wird – insbesondere mit chinesischer Arzneitherapie, ergänzt durch Akupressur, Körpertherapien, Qigong und wärmenden Anwendungen. Parallel dazu gibt es dosiertes Lern- und Aufmerksamkeitstraining, Schulunterricht, Erlebnispädagogik und Elternberatung – bewusst ohne Psychostimulanzien.

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Wenn Nebenwirkungen den Druck verstärken

In der 3. Klasse wurde aus „fällt ihm halt schwer“ ein täglicher Kraftakt: stillsitzen, anfangen, dranbleiben – alles kostet Energie, Zeit und Nerven. Als der Blick aufs 4. Schuljahr und das Zwischenzeugnis näher rückt, folgt die Testung: ADHS. Ritalin bringt zunächst Erleichterung, aber das gute Gefühl bleibt aus – und als Appetitverlust, Einschlafstörungen und Kopfschmerzen dazukommen und eine Dosiserhöhung im Raum steht, sucht die Familie nach einem anderen Weg.

Was sie in der Klinik am Steigerwald überzeugt, ist nicht das Versprechen einer schnellen Lösung, sondern ein Konzept, das Zeit, Rahmen und echte Zuwendung in den Mittelpunkt stellt: kleine Gruppen, feste Bezugspersonen, klare Rituale – und die Einbeziehung der Eltern. Lernen wird dort nicht „durchgezogen“, sondern passend gemacht: mit individuellen Strategien, Bewegungspausen, ADHS-Coaching und Austausch mit der Schule. Nach der Entlassung folgen spürbare Veränderungen – ruhigeres Verhalten, mehr Selbstständigkeit, bessere Rückmeldungen aus dem Unterricht. Und auch das gehört dazu: eine kurze Krise im Herbst. Entscheidend ist für die Familie, vorbereitet zu sein und dranzubleiben – mit den Werkzeugen aus der Klinik und dem Gefühl, nicht mehr hilflos danebenzustehen. Ein Bericht.

Erfahrungsbericht einer Mutter eines ADHS-Patienten

  • Diagnose: ADHS
  • Klinikaufenthalt: Juni/Juli 2023

Im Sommer 2023 wurde mein Sohn in der Klinik am Steigerwald behandelt. Zu diesem Zeitpunkt war er am Ende der 3. Klasse. Schon seit seiner Einschulung haben wir festgestellt, dass er sich schwer tut in der Schule. Vor allem still sitzen zu bleiben und konzentriert zu arbeiten, aber auch überhaupt mit Schulaufgaben anzufangen, war immer ein großes Problem. Für die Hausaufgaben am Nachmittag brauchte er oft Stunden. Mit der 3. Klasse wurden die Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme noch stärker: Er hatte nun einen längeren Schultag und der Unterrichtsstoff wurde schwerer. Das Halbjahreszeugnis der 3. Klasse war entsprechend schlecht und auf Rat der Lehrerin ließen wir ihn testen – auch, weil wir das 4. Schuljahr bereits im Blick hatten und das Zwischenzeugnis für die weiterführende Schule für uns wichtig war.

Ritalin: kurzfristige Hilfe – dann unerwünschte Nebenwirkungen

Das Ergebnis der Testung überraschte uns kaum: ADHS. Der Kinderpsychiater verordnete dann auch Ritalin. Die ersten vier Wochen hat das tatsächlich Besserung gebracht und mein Sohn konnte sich besser in der Schule konzentrieren. Trotzdem hatten wir von Anfang an ein schlechtes Gefühl dabei, unserem Sohn Tabletten zu geben. Die Wirkung ließ dann aber auch bald nach und die Dosis sollte erhöht werden. Da er unter Einnahme der Tabletten jedoch keinen Appetit mehr hatte und Einschlafstörungen sowie Kopfschmerzen dazu kamen, lehnten mein Mann und ich eine Erhöhung der Dosis ab. Wir suchten nach einer Alternative zu Ritalin.

Der Weg in die Klinik: ernst genommen werden, Zusammenhänge verstehen

Durch eine Internetrecherche sind wir auf die Klinik am Steigerwald aufmerksam geworden. Die TCM war uns bis dahin unbekannt; mit Akupunktur hatte ich selbst jedoch schon Erfahrung. Nach einem Vorgespräch, für das sich viel Zeit genommen wurde und in dem man uns mit unseren Ängsten und Sorgen ernst nahm, hatten wir sofort ein gutes Gefühl, dass hier unserem Kind wirklich geholfen werden kann. Wir entschieden uns für diesen Weg, zumal sich im Vorgespräch herausstellte, dass auch ein Zusammenhang mit seiner Neurodermitis gesehen wurde. Der Arzt erklärte uns, dass das Immunsystem und der Umgang mit Infekten im Laufe der Behandlung eine wichtige Rolle spielen werden. Auch auf die Ernährung wird besonders geachtet.

Mein Sohn wurde dann im Sommer stationär für insgesamt 3,5 Wochen aufgenommen. Mit ihm waren noch drei weitere „ADHS-Kinder“ da. Dass die Gruppen so klein gehalten werden, kam meinem Sohn sehr zugute, da dadurch sehr intensiv gearbeitet werden kann und jedes Kind sehr individuell betrachtet wird. Er hat sich in der Klinik, die sehr familiär und persönlich wirkt, sofort wohl gefühlt. Sein Zimmer hat er gleich gemütlich eingerichtet.

Lernen in der Klinik: individuelle Strategien, Struktur und Bewegung

Dass die Behandlung zur Schulzeit stattfand, war kein Problem, weil die Kliniklehrerin jeden Morgen Unterricht machte und in diesem schon die neuen Lernmethoden und Lernstrategien, die ein Kind mit ADHS nun einmal braucht, eingeübt wurden. Einmal habe ich im Klinikunterricht hospitiert und gesehen, dass jedes Kind wirklich seine ganz spezielle Strategie bekommt. Auch die Bewegungspausen, die die Kinder immer wieder zwischen den Lerneinheiten machen, waren bei jedem Kind anders.

Im ADHS-Coaching wurden dann weitere Strategien und Strukturen für die Schule und die Hausaufgaben erarbeitet. Weil die Kliniklehrerin auch mit der Klassenlehrerin meines Sohnes Kontakt aufnahm, konnten einige Dinge, die ihm beim Lernen helfen, auch zu Hause im Unterricht weitergeführt werden, wodurch sich sein Lernen deutlich verbesserte. Insgesamt wurde viel Wert gelegt auf Strukturen und Rituale. Dazu hat auch beigetragen, dass es außer dem festen Arzt, der ADHS-Therapeutin und der Lehrerin eine feste Bezugskrankenschwester gab.

Dass er auf Süßigkeiten und elektronische Medien während seines Aufenthaltes verzichten musste, haben wir uns schwerer vorgestellt, als es dann wurde. Die vielen Aktivitäten, die mit den Kindern außerhalb der Therapiestunden gemacht werden, haben meinem Sohn gezeigt, dass es nicht immer nur der PC sein muss. Auch nach der Entlassung sind wir die Medienreduzierung weiter angegangen – und es tut meinem Sohn richtig gut.

Elterntraining und Bogenschießen: als Familie mitlernen

Jedes Wochenende haben wir meinen Sohn zusammen mit seiner Schwester besucht. Weil er im Sachkundeunterricht gerade das Thema „Ritter und Burgen“ hatte, sind wir einmal zu einer Burgruine in der Nähe der Klinik gewandert – gemeinsam mit der ADHS-Therapeutin, für die es wichtig war, meinen Sohn auch einmal innerhalb der gesamten Familie zu erleben. Das fand ich sehr gut und wir erhielten dadurch hilfreiche Rückmeldungen.

An den Wochenenden fand auch das Elterntraining statt, in dem wir viel für unseren Alltag und auch für das gemeinsame Lernen mit unserem Sohn erfuhren. Wir hatten dann auch Bogenschießen, um selbst zu erfahren, wie unser Sohn dadurch konzentrierter wird und lernt, mit Spannung und mit Druck vor Klassenarbeiten umzugehen. Das Bogenschießen macht er übrigens zu Hause immer noch. Diese Einbeziehung in die Therapie sehe ich als sehr wichtig an und sie war auch ein Grund, weshalb mir das Konzept der Klinik von Anfang an gut gefiel und warum wir uns für eine stationäre Behandlung entschieden.

Nach der Entlassung: sichtbar ruhigere Tage – und Rückschläge einplanen

Wir merkten schon nach der Entlassung deutliche Verbesserungen seines Verhaltens. Er wirkte ruhiger, war nicht mehr ständig in Bewegung und insgesamt erreichten ihn unsere Aufforderungen besser. Auch die Rückmeldung aus der Schule war so. Seine Lehrerin erlebte ihn konzentrierter, er fing nun seine Aufgaben von sich aus an und arbeitete schneller. Auch sein Schriftbild wurde deutlich besser. Das Halbjahreszeugnis der 4. Klasse war mit dem Zeugnis vorher nicht zu vergleichen – so hatten wir seine Besserungen auch schwarz auf weiß.

Im Herbst nach der Entlassung machte er eine kleine Krise durch. Aber auch darauf waren wir vorbereitet: dass nicht alles nur besser wird, sondern auch mit Rückschlägen gerechnet werden muss. Nach einem Infekt, den er in der Faschingszeit hatte, machte er noch einmal einen deutlichen Sprung in seiner Entwicklung. Wir sehen jedes Mal, wie er aus diesen Infekten, die wir mit den chinesischen Kräutern begleiten, gestärkt hervortritt. Bei unserem Sohn ist also in relativ kurzer Zeit das eingetreten, was sich die Ärzte der Klinik wünschen – und worin wir als Eltern vor Therapiebeginn keinen Zusammenhang gesehen haben.

Dekokte trinkt mein Sohn inzwischen nur noch dann, wenn ein Infekt kommt. Die Konzentrationsübungen, Moxa und Leibwickel, die uns in der Klinik gezeigt wurden, machen wir immer noch. Auch die Lernstrategien wendet er weiter an. Insgesamt wurden wir für unseren Schritt, diesen für uns bis dahin unbekannten Weg zu gehen, belohnt – worüber wir sehr glücklich sind.

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